150 Jahre zurückdenken

Vor ein paar Jahren habe ich „Carissima mia“ gelesen, ein biographischer Roman über die Frau des Basler Malers Arnold Böcklin. Die Familie zog im 19. Jahrhundert in Europa immer dorthin, wo Böcklin Arbeit hatte. Immer wieder mussten sie zwischendurch in Basel bei der Familie unterkommen, weil Arbeit und Geld fehlten. Es war auch die Zeit, als in der Schweiz über die Abschaffung der Kinderarbeit in der Industrie diskutiert wurde – heute eine Selbstverständlichkeit! Damals befürchteten die Industriellen, dass die Wirtschaft dem Untergang geweiht sei, wenn die Kinder künftig in die Schule statt in die Fabrik gingen. Es kam anders. Noch immer ist die Schweiz sehr wettbewerbsfähig, auch ohne Kinderarbeit und mit CO2-Abgabe. Vielleicht sollten wir gelegentlich 150 Jahre zurückdenken, wenn gesagt wird „ein Vaterschaftsurlaub oder eine Elternzeit würde für unsere Unternehmen zu einer existenziellen Belastung“.

Leserbrief in der BZ 7.9.2019
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